Großübung der Kreisfeuerwehrbereitschaft in Neu Wulmstorf

Sonnenschein, Temperaturen um 28 Grad Celsius und ausgetrocknete Vegetation – so lautete die angenommene Wetterlage im Übungsszenario der Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Harburg am Sonnabend. Auch wenn die tatsächlichen Temperaturen deutlich niedriger lagen, stellte die Übung bewusst eine hochsommerliche Waldbrandlage dar, wie sie zunehmend auch im Landkreis Harburg auftreten kann.
Auf dem ehemaligen Standortübungsplatz an der Landesgrenze zu Hamburg trainierten rund 210 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner aus dem gesamten Landkreis den Einsatz bei einer großflächigen Wald- und Vegetationsbrandlage und stellten dabei eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der überörtlichen Gefahrenabwehr unter Beweis.
Das Übungsszenario ging von einem ausgedehnten Waldbrand aus, der sich — begünstigt durch die angenommene Hitze und starke Winde — weiter ausbreitete und bereits auf eine angrenzende Heidefläche übergegriffen hatte. Mehrere Flächenbrände waren durch Flugfeuer entstanden.
Die Feuerwehr der Gemeinde Neu Wulmstorf galt in der Übungslage als seit Stunden im Einsatz befindlich und wurde im weiteren Verlauf durch die anrückende Kreisfeuerwehrbereitschaft abgelöst — ein typisches Einsatzszenario bei größeren Schadenslagen, bei denen Kräfte aus dem gesamten Landkreis zusammengezogen werden.
Die Übungsleitung hatte Kreisbereitschaftsführer Stephan Schick, während die Einsatzleitung beim stellvertretenden Abschnittsleiter „Heide“, André Emme, lag.
Der Fachzug Führung & Kommunikation richtete die Einsatzleitung auf dem ehemaligen Panzerwaschplatz ein. Von hier aus wurden sämtliche Einsatzabschnitte koordiniert, Kräfte disponiert sowie Lageinformationen verarbeitet.
Eine besondere Rolle spielte dabei die Drohnengruppe der Feuerwehr Hanstedt. Mit Hilfe moderner Drohnentechnik wurde das Einsatzgebiet aus der Luft erkundet. Die gewonnenen Informationen ermöglichten der Einsatzleitung eine präzise Lagebeurteilung und taktische Entscheidungen.
Die beiden eingesetzten Fachzüge Brandbekämpfung erhielten den Auftrag, die weitere Ausbreitung des Brandes zu stoppen:
- Aufbau jeweils einer rund 300 Meter langen Riegelstellung
- Abschirmung gefährdeter Vegetationsflächen
- gezielte Brandbekämpfung
Der Fachzug Brandbekämpfung 2 übernahm zusätzlich die Bekämpfung mehrerer Flächenbrände innerhalb der Heidefläche.
Hierbei kam auch der Gerätewagen-Waldbrand der Feuerwehr Elstorf zum Einsatz, der speziell für Vegetationsbrandlagen ausgestattet ist.
Eine der größten Herausforderungen stellte die Löschwasserversorgung dar. Der Fachzug Wasserförderung baute eine rund 1.000 Meter lange Förderstrecke über teils erhebliche Höhenunterschiede auf.
Parallel stellte der Fachzug Wassertransport im Pendelverkehr die Wasserversorgung sicher und brachte kontinuierlich Löschwasser aus Wulmstorf zur Einsatzstelle.
Die Wechselladerfahrzeuge der Feuerwehrtechnischen Zentrale, besetzt durch die Feuerwehr Lindhorst, sowie der Feuerwehr Neu Wulmstorf setzten die Abrollbehälter „Wasser“ der Kreisfeuerwehr ein. Diese wurden den Brandbekämpfungszügen zugeordnet, richteten Faltbehälter als Übergabepunkte für das Löschwasser ein und unterstützen anschließend beim Wassertransport im Pendelverkehr.
Erstmals nahm die Fachgruppe Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) an einer Kreisbereitschaftsübung teil.
In vorbereiteten Einspielungen musste die Einheit unter anderem:
- eine Löschfahrzeugbesatzung nach einem angenommenen Verkehrsunfall betreuen
- Einsatzkräfte nach einem simulierten Leichenfund im Brandgebiet psychosozial begleiten
Damit wurde ein wichtiger Bestandteil moderner Einsatznachsorge realitätsnah in die Übung integriert.
Nach mehreren Stunden intensiver Übung zog Kreisbereitschaftsführer Stephan Schick ein positives Fazit. Sämtliche gesetzten Übungsziele seien erreicht worden — insbesondere das Zusammenspiel der unterschiedlichen Fachzüge, die Führungsstruktur sowie die Logistik bei einer großflächigen Vegetationsbrandlage.
Auch Kreisbrandmeister Jörn Petersen, der die Übung beobachtete, zeigte sich beeindruckt und dankte allen Beteiligten für die sorgfältige Planung sowie die engagierte Durchführung.
Einen besonderen Moment gab es im Verlauf der Abschlussbesprechung auch für den Fachzug Brandbekämpfung 2:
Der stellvertretende Zugführer Thomas Vagts wurde durch den stellvertretenden Kreisbrandmeister und Abschnittsleiter „Elbe“, Torsten Lorenzen, zum Brandmeister befördert.
Den Abschluss der Übung bildete ein gemeinsames warmes Mittagessen im Feuerwehrhaus Neu Wulmstorf, vorbereitet durch den Fachzug Verpflegung. Nach einem intensiven Ausbildungstag bot sich hier die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Nachbesprechung der Übung.
Die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Harburg stellte mit dieser Übung erneut ihre hohe Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft bei großflächigen Vegetationsbrandlagen unter Beweis.
Fotos: KPW, GPW Neu Wulmstorf










