Kreisfeuerwehrbereitschaft übt den Ernstfall in der Elbmarsch

Geschrieben von Datum: 15/05/2026Kategorien: Aktuelles, Kreisfeuerwehr

Ein Unfall in einer Chemiefirma gehört zu den Einsatzlagen, die niemand gerne auf seinem Meldeempfänger liest. Solche Einsätze bringen zahlreiche Besonderheiten und Gefahren mit sich und sind von der Einsatzleitung zu bedenken.

Auf einem ausgewiesenen Teil des Firmengeländes der Chemiefirma Bruno Bock GmbH übten kürzlich der Fachzug ELW 2, der Fachzug Gefahrgut und der Fachzug Spüren und Messen den Ernstfall. Für die Einsatzdarstellung waren außerdem die örtlich zuständige Feuerwehr Marschacht mit dem Tanklöschfahrzeug und der Einsatzleitwagen der Samtgemeinde Elbmarsch an der Übung beteiligt.

Unter der Einsatzleitung vom stellvertretenden Abschnittsleiter Andre Emme wurde zunächst die Lage erkundet und mit dem ELW der Samtgemeinde Elbmarsch besprochen. Erste Erkenntnisse zur Lage ergaben folgendes Bild: Die örtlichen Einsatzkräfte befanden sich bereits seit etwa einer Stunde im Einsatz. Das Firmengelände war bis auf einige Mitarbeiter der Firma, die die Feuerwehr unterstützten, evakuiert worden.

Aus einem Kunststofftank auf dem Gelände tritt eine bislang unbekannte Flüssigkeit aus. In dem Tank werden Rückstände verschiedener Stoffe gelagert. Zudem wurde im Bereich des Tanks ein deutlicher Lösungsmittelgeruch wahrgenommen.

Für die Einsatzleitung war schnell klar, dass einer der drei Fachberater Gefahrgut der Feuerwehr zur Beratung benötigt werden würden.

Die Eichholzer Straße vor dem Firmengelände wurde als Gefahrenbereich eingestuft und vorsorglich gesperrt. Unter Berücksichtigung der Windrichtung musste geprüft werden, ob durch den Austritt des unbekannten Stoffes eine Gefahr für die Bevölkerung bestand. Die Messtrupps des Fachzuges Spüren und Messen aus den Feuerwehren Jesteburg und Stelle wurden in das nähere Umfeld entsandt, um Messungen durchzuführen und eine mögliche Ausbreitung zu überwachen.

Der Fachzug Gefahrgut mit Einsatzkräften aus Maschen, Fleestedt, Nenndorf und Emsen wurden zum Firmengelände entsandt. Vor Ort bauten die Einsatzkräfte den Abrollbehälter Dekon auf. Ebenso wurde der Abrollbehälter Umweltschutz mit spezieller Schutz-, Hygiene- und Wechselkleidungen auf dem Gelände der Firma Bock bereitgestellt. Darüber hinaus wurden vorsorglich Maßnahmen zur Brandbekämpfung vorbereitet.

Unter CSA wurde die Einsatzstelle erkundet, Messungen durchgeführt und Proben genommen, um den austretenden Stoff analysieren zu können. Dieses erfolgte in enger Abstimmung mit dem Fachberatern der Firma und dem Fachberater Gefahrgut der Feuerwehr.

Die aus dem Gefahrenbereich kommenden Einsatzkräfte unter CSA wurden in der Dekon-Dusche dekontaminiert.

Die Koordination der Gesamtlage und Unterstützung der Führungsbesprechungen wurde durch das Team des ELW 2, stationiert außerhalb des Gefahrenbereiches am Feuerwehrhaus Marschacht, übernommen.

Da sich im Verlauf des Einsatzes abzeichnete, dass der Einsatz länger andauern würde, mussten theoretisch weitere unter CSA einsetzbare Kräfte nachalarmiert werden. Ebenso würde der Versorgungszug der Kreisfeuerwehrbereitschaft alarmiert werden.

Das Fazit nach dem Übungsende war von allen beteiligten Führungskräften und den die Übung begleitenden Mitarbeitern der Firma grundsätzlich positiv. Einen großen Dank gilt Firma Bruno Bock, die ihr Firmengelände für diese realitätsnahe Übung zur Verfügung gestellt hat. Das sei nicht selbstverständlich, da die Produktion während der Übungszeit normal weiterlief. Besondere Disziplin und Einhaltung der ausgesprochenen Regeln für das Firmengelände wurden von allen eingesetzten Einsatzkräften beachtet.

Text und Fotos: Janine Richters, GPW-V SG Elbmarsch