Kreisfeuerwehrbereitschaft übt im Landkreis Celle

Geschrieben von Datum: 25/08/2026Kategorien: Aktuelles

Rund einen Tag lang standen die Einsatzkräfte der Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Harburg am Sonnabend, 22. August, bei einer groß angelegten Übung im Landkreis Celle im Einsatz. Die Übung war von der Kreisfeuerwehr Celle ausgearbeitet worden und stellte die Einsatzkräfte vor mehrere unterschiedliche Schadenslagen. Im Mittelpunkt standen dabei die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachzüge, die Führung in einem unbekannten Einsatzgebiet sowie der Aufbau einer leistungsfähigen Wasserversorgung über lange Wegstrecken.

Beteiligt waren die Fachzüge Brandbekämpfung 2, Wasserförderung, Verpflegung, Technische Hilfeleistung 2 sowie Führung und Kommunikation der Kreisfeuerwehrbereitschaft Harburg. Ergänzt wurde die Bereitschaft durch einen Brandbekämpfungszug des Landkreises Celle.

Für die Harburger Einsatzkräfte begann der Übungstag bereits früh am Morgen. Um 5:45 Uhr sammelten sich die Züge an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Hittfeld. Von dort ging es im geschlossenen Verband über die A7 und die B3 in Richtung Lachendorf.

Als Bereitstellungsraum diente das Immanuel-Kant-Gymnasium in Lachendorf. Dort bauten die Fachzüge Verpflegung sowie Führung und Kommunikation zunächst die Einsatzleitung und die Verpflegungsstelle auf. Nach der Ankunft konnten sich die Einsatzkräfte bei einem gemeinsamen Frühstück für die bevorstehenden Aufgaben stärken.

Um 8:30 Uhr begann die erste Übungslage „Papierfabrik Lachendorf“. Angenommen wurde ein Brand im Bereich der biologischen Kläranlage des Papierherstellers Drewsen. Ausgangspunkt des Szenarios war eine ausgelöste Brandmeldeanlage im „Schaltraum Bio“. Ein Brand an einer außenliegenden Kühlanlage drohte auf den Gebäudekomplex überzugreifen. Gleichzeitig hatte sich bereits starker Rauch in den Gebäuden ausgebreitet.

Besonders anspruchsvoll machte die Lage die angenommene Wetterentwicklung: Seit mehreren Wochen herrschte Trockenheit, die Temperaturen lagen bei mehr als 30 Grad, und böiger Wind aus Nordwesten begünstigte eine weitere Brandausbreitung. Zusätzlich befanden sich aufgrund von Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten mehrere Fremdfirmen auf dem Gelände. Rund zehn Personen galten im Gebäudekomplex als vermisst beziehungsweise durch den Rauch eingeschlossen.

Die Einsatzkräfte des Brandbekämpfungszuges konzentrierten sich auf die Brandbekämpfung und Personensuche. Parallel dazu übernahm der Wasserförderzug den Aufbau der Wasserversorgung. Aufgrund der angenommenen Trockenheit stand eine ausreichende Wasserentnahme aus den Gewässern in unmittelbarer Nähe des Betriebsgeländes nicht zur Verfügung. Deshalb musste die Wasserversorgung über eine längere Wegstrecke aufgebaut werden. Die Übungsunterlagen sahen hierfür eine Wasserentnahmestelle an einem offenen Gewässer und eine entsprechende Förderstrecke zum Übungsobjekt vor.

Parallel dazu begann gegen 8:45 Uhr die Übungslage „Raiffeisen Beedenbostel“ für den Fachzug Technische Hilfeleistung 2. Hier galt es, nach einer angenommenen Verpuffung mehrere vermisste beziehungsweise verletzte Personen zu retten. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die Rettung von Personen dar, die unter Betonteilen eingeklemmt waren. Zusätzlich musste eine Person aus einem rund 30 Meter hohen Getreidesilo gerettet werden.

Damit wurde der Technische Hilfeleistungszug mit Aufgaben konfrontiert, die unterschiedliche Rettungstechniken und eine sorgfältige Koordination der Einsatzmaßnahmen erforderten.

Nach Abschluss der Vormittagslagen kehrten die Einsatzkräfte zum Bereitstellungsraum am Immanuel-Kant-Gymnasium zurück. Dort sorgte der Fachzug Verpflegung für die Versorgung der Einsatzkräfte. Auf dem Speiseplan stand Gyros mit Reis.

Um 14 Uhr warteten bereits die nächsten Aufgaben auf die Feuerwehrleute. Für die Brandbekämpfungszüge und den Wasserförderzug wurde ein Waldbrand bei Nordburg angenommen. Das Feuer drohte auf ein angrenzendes Wochenendhausgebiet überzugreifen. Die Einsatzkräfte mussten eine Riegelstellung aufbauen und gleichzeitig die Evakuierung der Bewohner vorbereiten.

Eine besondere Herausforderung stellte erneut die Wasserversorgung dar. Das benötigte Löschwasser sollte aus der Aller an einer Brücke bei Schwachhausen entnommen und über eine lange Wegstrecke zur Einsatzstelle gefördert werden. Damit wurde erneut das Zusammenspiel zwischen Brandbekämpfung und Wasserförderung unter realitätsnahen Bedingungen trainiert.

Für den Fachzug Technische Hilfeleistung 2 stand am Nachmittag eine anspruchsvolle Unwetterlage auf dem Übungsplan. Mehrere umgestürzte Bäume versperrten die Zufahrt zu einer Forstmaschine. Gleichzeitig waren im Bereich der Maschine weitere Bäume in den Kronen anderer Bäume hängen geblieben und drohten herabzustürzen.

Bevor die eigentliche Rettung beginnen konnte, mussten die Einsatzkräfte deshalb zunächst die Gefahren durch die hängengebliebenen Bäume beseitigen und die Einsatzstelle sichern. Anschließend konnten sie sich der Rettung der betroffenen Personen widmen.

Als Patient wurde der Fahrer der Forstmaschine angenommen. Zusätzlich lag ein Dummy unter zwei umgestürzten Bäumen eingeklemmt. Die Einsatzkräfte mussten die Bäume fachgerecht beseitigen und anschließend die eingeklemmte Person sowie den Fahrer der Forstmaschine retten.

Neben den einzelnen Fachzügen war auch die Führungskomponente der Kreisfeuerwehrbereitschaft Harburg während des gesamten Übungstages besonders gefordert. Die Einsatzleitungen der verschiedenen Übungslagen wurden durch Kreisbereitschaftsführer Stephan Schick sowie seine Stellvertreter Martin Heidtmann und Michael Matthies wahrgenommen.

Ein wesentliches Ziel der Übung war es, die Führung und Kommunikation unter den Bedingungen eines unbekannten Einsatzgebietes zu trainieren. Auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Einsatzleitungen gehörte ausdrücklich zu den von der Kreisfeuerwehr Celle formulierten Übungszielen.

Gegen 16:30 Uhr endete der praktische Teil der Übung. Anschließend trafen sich die beteiligten Einsatzkräfte zur Abschlussbesprechung am Immanuel-Kant-Gymnasium.

Kreisbereitschaftsführer Stephan Schick zog dabei ein positives Fazit: „Ich bin mit dem Übungsverlauf sehr zufrieden. Mein großer Dank gilt der Kreisfeuerwehr Celle für die umfangreiche Ausarbeitung und die Durchführung der Übung. Ebenso möchte ich unserem Verpflegungszug für die gute Versorgung und das leckere Mittagessen danken.“

Auch Kreisbrandmeister Jörn Petersen, Kreisbrandmeister-Vertreter Torsten Lorenzen sowie die Abschnittsleiter-Vertreter André Emme und Jan Elvers machten sich während des Tages vor Ort ein Bild vom Ablauf der Übung.

Die groß angelegte Übung bot den Einsatzkräften damit die Möglichkeit, unter realitätsnahen Bedingungen die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachzüge zu trainieren. Gerade die Kombination aus Brandbekämpfung, umfangreicher Wasserförderung, technischer Hilfeleistung, Führung und Versorgung zeigte dabei die besonderen Fähigkeiten einer Kreisfeuerwehrbereitschaft bei größeren und länger andauernden Schadenslagen.