Alarmübung der PSNV-E: Betreuung von Einsatzkräften im Fokus

Nicht nur die feuerwehrtechnische Rettung von Menschen, sondern auch die psychische Belastung der Einsatzkräfte stand bei einer Alarmübung im Kieswerk Lütchens in Tangendorf im Mittelpunkt. Parallel zur Einsatzübung der Feuerwehren trainierte die Kreiseinheit Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) die Betreuung von Feuerwehrangehörigen nach einem belastenden Einsatzgeschehen.
Ausgearbeitet wurde die Alarmübung von Fabian Tost aus Salzhausen. Insgesamt zehn ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der PSNV-E waren im Einsatz, um ihre Gesprächstechniken und Betreuungsmaßnahmen unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren.
Die PSNV-E unterstützt Feuerwehrangehörige, wenn diese nach einem Einsatz psychisch belastet sind und Gesprächsbedarf haben. Denn gerade bei schweren Unfällen, tragischen Ereignissen oder Einsätzen mit persönlichen Bezügen können Erlebnisse die Einsatzkräfte auch nach dem Ende der eigentlichen Arbeit beschäftigen.
Das Übungsszenario in Tangendorf griff genau eine solche Situation auf: Die Feuerwehrleute waren bei der Rettung einer schwer verletzten Person aus der Kieswaschanlage eingesetzt. Der Verletzte war ihnen persönlich bekannt. Diese persönliche Verbindung sollte eine mögliche psychische Belastung verdeutlichen und stellte die PSNV-E-Helfer vor die Aufgabe, die betroffenen Feuerwehrleute angemessen zu begleiten.
Dabei kamen Statisten aus verschiedenen Wehren zum Einsatz, die die Gespräche möglichst realitätsnah gestalteten. So konnten die Helfer ihre Gesprächsführung und ihr Vorgehen in einer angenommenen Belastungssituation praktisch erproben.
Eine Besonderheit der PSNV-E-Arbeit ist die überörtliche Unterstützung. Die ehrenamtlichen Helfer kommen bei Bedarf aus anderen Teilen des Landkreises Harburg, um eine mögliche eigene Betroffenheit auszuschließen. Gerade in einer eng verbundenen Feuerwehrgemeinschaft kennen sich viele Einsatzkräfte persönlich. Würden Helfer auf ihnen bekannte Betroffene treffen, könnte dies die professionelle Betreuung erschweren oder sie selbst emotional belasten.
Durch die Alarmübung konnten die eingesetzten Helfer ihre Fähigkeiten unter realitätsnahen Bedingungen festigen und wichtige Erfahrungen für künftige Einsätze sammeln.


