Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd aus dem Heidekreis übt in Tostedt

Ein Brand in einer Lackierhalle, ein weiteres Feuer in einer Waschhalle und mehrere Menschen in Not: Mit diesem anspruchsvollen Szenario übte die Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd des Heidekreises am Samstag auf dem Betriebshof der Firma Vorwerk in Todtglüsingen. Kreisbereitschaftsführer Stephan Schick hatte die Übung mit seinem Team und Tostedts Gemeindebrandmeister Sven Bauer ausgearbeitet.
Rund 160 Einsatzkräfte der Bereitschaft rückten mit etwa 32 Fahrzeugen an. Dazu kamen die Feuerwehren aus Dohren, Kakenstorf, Wistedt und Bötersheim sowie der Einsatzleitwagen der Samtgemeinde Tostedt. Auch der Einsatzleitwagen aus Neu Wulmstorf unterstützte als Meldekopf im Bereitstellungsraum. Beobachter verfolgten den Übungsverlauf.
Für die örtlichen Feuerwehren kam der Alarm ohne vorherige Ankündigung: Die Übung wurde als Alarmübung durchgeführt. Das Szenario begann mit einer Verpuffung während Lackierarbeiten. In der Lackierhalle brach ein Feuer aus; zwei Personen galten dort als vermisst. Parallel dazu entwickelte sich ein Brand in der Waschhalle, in der sich ebenfalls noch zwei Personen befanden. Die Flammen drohten auf die Betriebstankstelle und ein Gasflaschenlager überzugreifen. Zusätzlich waren auf dem weitläufigen Gelände vier weitere Beschäftigte beziehungsweise Praktikanten verunfallt.
Zunächst rückten die örtlichen Kräfte aus der Samtgemeinde Tostedt an. Als die Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd eintraf, übernahm sie die Gesamteinsatzleitung und gliederte die örtlichen Kräfte in den Einsatz ein. Die Einsatzkräfte teilten die Arbeiten in mehrere Abschnitte auf: Während die Brandbekämpfung und Menschenrettung an den Hallen liefen, kümmerten sich weitere Kräfte um die Wasserversorgung und den Wassertransport. Der Fachzug Technische Hilfeleistung suchte auf dem Betriebshof nach den verunglückten Personen und rettete sie aus unterschiedlichen Situationen.
Eine besondere Herausforderung war die Wasserversorgung über eine längere Strecke. Der Wasserförderzug verlegte von einer Wasserentnahmestelle eine rund zwei Kilometer lange Schlauchleitung und speiste damit einen Faltbehälter nahe der Einsatzstelle. Von dort stand Wasser für die Brandbekämpfung bereit. Ergänzend transportierten Tanklöschfahrzeuge Wasser im Pendelverkehr zur Einsatzstelle. So konnten die Kräfte sowohl den Hallenbrand bekämpfen als auch die angrenzenden Gefahrenbereiche schützen.
In den Hallen mussten die Feuerwehrleute unter eingeschränkter Sicht nach Vermissten suchen. Auf dem Betriebsgelände warteten weitere Aufgaben auf den technischen Hilfeleistungszug: Übungspuppen waren unter schweren Lasten eingeklemmt, zwischen Mulden eingeschlossen oder an erhöhten Stellen zu retten. Die Einsatzkräfte mussten geeignete Hebe- und Rettungsverfahren wählen und dabei auf eine sichere Vorgehensweise achten.
Die Übungsleitung zog eine positive Bilanz: Alle vermissten Personen wurden gefunden, und die Wasserversorgung konnte stabil aufgebaut werden. Bei der anschließenden Besprechung gaben die Beobachter Rückmeldungen zum Einsatzablauf und benannten Punkte, die bei künftigen Übungen weiter vertieft werden können.
Kreisbereitschaftsführer Stephan Schick dankte den Einsatzkräften für ihre engagierte Mitarbeit und den örtlichen Feuerwehren für die gute Zusammenarbeit. Auch die Kreisbrandmeister der Landkreise Harburg und Heidekreis, Jörn Petersen und Matthias Meyer, die die Übung beobachtet hatten, hoben den Wert des gemeinsamen Übens hervor. Ein besonderer Dank galt der Firma Vorwerk, die ihr Betriebsgelände für das realitätsnahe Szenario zur Verfügung stellte.
Fotos: GPW Tostedt Nils Renken, KPW










