Neues Mehrzweckboot in Hoopte offiziell in Dienst gestellt

Mit einer feierlichen Übergabe am Feuerwehrhaus Hoopte hat die Kreisfeuerwehr am Sonnabend ihr neues Mehrzweckboot offiziell in Dienst gestellt. Das moderne Einsatzmittel stärkt künftig die Gefahrenabwehr auf der Elbe.
Ortsbrandmeister Christoph Sander begrüßte zahlreiche Gäste aus Feuerwehr, Verwaltung und Politik, darunter Landrat Rainer Rempe, Kreisrätin Annerose Tiedt, den Landtagsabgeordneten André Bock sowie Kreisbrandmeister Jörn Petersen.
Das neue Boot ersetzt das bisherige Mehrzweckboot aus dem Jahr 1998 und markiert einen bedeutenden Entwicklungsschritt für die Wasserrettung im Landkreis.
Landrat Rainer Rempe bezeichnete das neue Einsatzmittel als wichtigen Schritt für die Sicherheit auf der Elbe:
„Ein echter Quantensprung: Wir haben heute offiziell das neue Mehrzweckboot an die Freiwillige Feuerwehr Hoopte übergeben. Die Ausstattung des Bootes bietet künftig völlig neue Möglichkeiten bei Rettungs- und Hilfseinsätzen und ist unter anderem ausgestattet mit einem leistungsstarken Sonar, Wärmebildtechnik, einer großen Kabine, in der Patientinnen und Patienten auch liegend und vor dem Wetter geschützt versorgt werden können, einer ablassbaren Bugklappe. Bauweise und Motorisierung erleichtern zudem Schleppvorgänge im Falle einer Havarie. Ich freue mich persönlich sehr, dass wir die wichtige Arbeit der Feuerwehr mit diesem neuen Boot unterstützen können und wünsche allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!“
Finanziert wurde die Beschaffung aus dem Konzept der spezialisierten Gefahrenabwehr. Dabei zahlen alle Städte und Gemeinden des Landkreises einen Anteil der Feuerschutzsteuer in einen gemeinsamen Finanzierungstopf ein, aus dem spezielle Einsatzmittel für besondere Gefahrenlagen zentral beschafft werden. Rempe betonte zudem die überörtliche Bedeutung des Bootes, das auch bei Einsätzen über die Landkreisgrenzen hinaus eingesetzt werden kann. Besonders würdigte er die Feuerwehr Hoopte, die mit zwei Bootsgruppen und insgesamt 47 ausgebildeten Bootsführern eine tragende Rolle in der Wasserrettung des Landkreises übernimmt. Sein ausdrücklicher Dank galt allen ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihren persönlichen Einsatz und ihre Bereitschaft, Verantwortung für die Allgemeinheit zu übernehmen.
Kreisbrandmeister Jörn Petersen erinnerte daran, dass der Neubeschaffung ein längerer Planungs- und Abstimmungsprozess vorausgegangen sei: „Was lange währt, wird endlich gut.“ Gleichzeitig stellte er die Bedeutung moderner Einsatzmittel heraus: „Dieses Boot ist kein Geschenk an die Feuerwehr, sondern ein Werkzeug zur Erfüllung unserer Pflichtaufgaben.“
Das neue Mehrzweckboot vom Typ Faster 81 Cat wurde von der Firma Nordland Hansa in Rostock gebaut. Mit einer Länge von 8,10 Metern und zwei leistungsstarken Außenbordmotoren mit jeweils 150 PS erreicht das Boot eine Höchstgeschwindigkeit von rund 34 Knoten beziehungsweise etwa 63 Stundenkilometern und ist damit auch für zeitkritische Einsatzlagen auf der Elbe bestens geeignet.
Die umfangreiche technische Ausstattung ermöglicht ein breites Einsatzspektrum. Ein modernes 3D-Sonarsystem erlaubt die gezielte Absuche des Gewässergrundes, während eine Wärmebildkamera die Suche nach Personen auf der Wasseroberfläche deutlich erleichtert. Das geschlossene Führerhaus bietet der Besatzung Schutz vor Witterungseinflüssen; in der Kabine können auch verletzte oder erkrankte Personen liegend und wettergeschützt versorgt werden. Eine hydraulisch ablassbare Bugklappe erleichtert das Aufnehmen von Personen oder Material direkt vom Ufer oder aus dem Wasser.
Zur feuerwehrtechnischen Beladung gehören unter anderem ein Wasserwerfer, eine Tragkraftspritze vom Typ Beaver 900, Schaummittel zur Brandbekämpfung sowie ein Stromerzeuger mit 2,2 kVA Leistung. Leistungsstarke LED-Suchscheinwerfer sorgen auch bei Dunkelheit für optimale Sichtverhältnisse. Bauweise und Motorisierung ermöglichen darüber hinaus Schleppvorgänge bei Havarien oder manövrierunfähigen Wasserfahrzeugen.
Das Mehrzweckboot wird künftig ein breites Aufgabenspektrum auf der Elbe abdecken. Neben der Brandbekämpfung auf Wasserfahrzeugen gehören technische Hilfeleistungen, die Rettung von Personen aus dem Wasser, das Lenzen leckgeschlagener Boote sowie Maßnahmen des Gewässerschutzes — etwa das Setzen und Ziehen von Ölsperren — zu den zentralen Einsatzaufgaben. Gleichzeitig ist das Boot in den Fachzug Gewässerschutz der Kreisfeuerwehrbereitschaft eingebunden.
Mit der offiziellen Indienststellung verfügt die Kreisfeuerwehr nun über ein hochmodernes Einsatzmittel, das die Sicherheit auf der Elbe nachhaltig verbessert und die Leistungsfähigkeit der ehrenamtlichen Einsatzkräfte weiter stärkt.






